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02. Februar 2016

Der Weg zum Traumjob (Teil 2)

Ihr Lieben,

hier kommt der zweite Teil unseres heutigen Blog-Eintrages zum Thema "Der Weg zum Traumjob - Wie finde ich den richtigen Job, der zu mir passt?".

Florian Falkenberg, Karriere-Coach und  Leiter der Ausbildung zum Karriere-Coach (CoCeBe), sowie Leiter des Bildungszentrums Ostbayern und Falkenberg Seminare hat uns einige Fragen rund um das Thema "Der Weg zum Traumjob" beantwortet und hilfreiche Tipps und Tricks für den Bewerbungsprozess gegeben:

Wie findet man den passenden Job und das passende Unternehmen?
Das ist wohl die Frage, welche sich jeder Mensch in seinem Leben mindestens 1 Mal, meistens zig Mal stellt. Wahrscheinlich ist es heutzutage mehr ein Prozess, in welchem man nach und nach herausfindet, was man wirklich arbeiten möchte. Gerade bei Hochschulabsolventen ist es oft der Fall, dass diese nach 1 Jahr Ihre Stelle wechseln. Ich selbst empfehle die Teilnahme an einem Karriere-Coaching gepaart mit dem Sammeln von praktischer Erfahrung durch Praktika und Nebenjobs. Damit spart man sich später viel Mühe und Energie, weil man vielleicht in einem Job arbeitet, der einen gar nicht glücklich macht, man aber auf das Geld angewiesen ist.

Gibt es eine Möglichkeit, im Vorfeld zu testen, ob ein Job wirklich zu einem passt und sich eine Bewerbung lohnt?
Wie beschrieben am besten durch Praktika, Nebenjobs oder auch der Möglichkeit Probe zu arbeiten. Als Unternehmer stelle ich inzwischen auch nur noch Mitarbeiter ein, welche ich eine Zeit lang testen konnte. In dieser Zeit erfährt auch der Bewerber, ob das Unternehmen zu ihm/ ihr passt.

Was macht man, wenn man etwas studiert hat, aber dann festgestellt hat, dass man in diesem Bereich gar nicht arbeiten möchte?
Noch etwas Neues hinzunehmen. Entweder gleich noch ein weiteres Studium beginnen oder nebenberuflich studieren. Auch eine Ausbildung kann hier eine Alternative bieten. Oft erscheint einen der persönliche Karriereweg begrenzt und man möchte so schnell wie möglich in den Beruf starten. Manchmal macht es aber Sinn noch einmal nach zu justieren und einen alternativen Weg einzuschlagen. Am Ende profitiert man oft von der Kombination aus beiden Studiengängen / Lernfeldern und im Nachhinein ist man froh noch Zeit investiert zu haben.

Anschreiben, Lebenslauf oder Zeugnisse – welcher Teil der Bewerbung ist am wichtigsten?
Das Anschreiben sollte kurz und prägnant als Türöffner dienen, der Lebenslauf hat für mich die höchste Aussagekraft, weil er das Profil des Bewerbers darstellt. Die Zeugnisse sind interessant, jedoch zu stark beeinflussbar.

Ist ein roter Faden im Lebenslauf unbedingt erforderlich oder hat man auch mit einem weniger geradlinigeren Lebenslauf (vielleicht sogar mit Lücke) eine Chance, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden?
Die Lücke sollte nicht im Lebenslauf klaffen, sondern gefüllt sein. Am besten mit Dingen, die man in dieser Zeit getan hat und wenn es eine Orientierungsphase war oder eine Weltreise. Beides sagt mir etwas über den Bewerber aus. Ansonsten finde ich weniger geradlinige Lebensläufe sehr interessant, wobei die einzelnen Stationen im Lebenslauf auch soweit wie möglich auf die neue Stelle bezogen werden sollten. Hat jemand z.B. zuerst BWL studiert und sich später für eine Ausbildung entschieden, dann kann sich das sehr gut ergänzen.

Muss man den Familienstand noch angeben? Gerade Frauen und Mütter befürchten oft, benachteiligt zu werden?
Ja, das ist durchaus üblich. Vor allem für die Buchhaltung ist das notwendig, damit gerade ein größeres Unternehmen bspw. mit Tarifvertrag den zukünftigen Lohn kalkulieren kann. Ansonsten ist es gut, dass man ein möglichst vollständiges Bild von sich zeigt und da ist es für mich eine wichtige Kompetenz Mutter zu sein, die es sich anzugeben lohnt. Vor allem auch deswegen, weil ja auch die Mama einen Arbeitgeber möchte, der auf ihr Mama-Sein Rücksicht nimmt, also von Anfang an dem wohlgesonnen ist.

Was glauben Sie, wie viele Personaler informieren sich regelmäßig im Internet bei Facebook, Google, XING, LinkedIn und Co. über Bewerber? Welche Chancen und Risiken ergeben sich dadurch für die Bewerber?
Inzwischen nutzt ein Großteil der Personaler diese Quellen. Vor allem Facebook und XING sind hier in Deutschland am verbreitetsten. Vor allem auf XING ergeben sich für den Jobeinstieg Chancen, indem Personaler und auch Headhunter diese Plattform nutzen, um nach interessanten Profilen zu suchen. Facebook wird eher mit dem privaten Bereich assoziiert. Hier gibt es Studien, dass man mit dem eigenen Profil beim Jobeinstieg kaum Pluspunkte sammeln kann, aber dafür Minuspunkte, z.B. durch unschickliche Fotos.

Halten Sie Social Media Bewerbungen für sinnvoll?  Was muss man dabei besonders beachten?
Das kommt darauf an, wie man den Begriff der Social Media Bewerbung verwendet. Eine Bewerbung bzw. besser eine Kontaktaufnahme via XING könnte in verschiedenen Fällen durchaus hilfreich sein, während der Versand der Unterlagen über Facebook, Twitter und Co. eher undienlich ist, denn da geht der professionelle Eindruck verloren. Essentiell ist dabei allerdings auch die Frage wo ich mich bewerben möchte. Je innovativer und kreativer mein Traumjob und das damit verbundene Unternehmen ist, desto innovativer und kreativer sollte die Bewerbung sein. Dann kann man die sozialen Medien intensiver zur Bewerbung nutzen. Wichtig ist die Werte des Unternehmens in der Bewerbung widerzuspiegeln. Das ist auch der Grundsatz unserer Coaching-Ausbildung. Der Coach hilft dem Klienten dabei herauszufinden, welcher Job am besten zu ihm passt und wie er/sie ihn erreichen kann. Hier steht die Passung zwischen Klient und Job im Mittelpunkt.

Kleider machen Leute. Kann man in einem Vorstellungsgespräch auch overdressed sein?
Derselbe Grundsatz zur Passung betrifft die Kleiderwahl. Welche Kleidung tragen die Mitarbeiter des Unternehmens in ihrem Arbeitsalltag. Zum Gespräch sollte man dann ein klein wenig eleganter erscheinen.

Wie bekommt man die Nervosität vor einem Bewerbungsgespräch in den Griff?
Am ehesten durch Übung. Proben Sie ein solches Gespräch mit jemandem der sich auskennt mit Bewerbungsgesprächen, dann werden Sie automatisch ruhiger. Ansonsten ist ein wenig Anspannung auch vollkommen in Ordnung und vermittelt den Eindruck, dass Ihnen die Stelle auch wirklich wichtig ist.

Wie kann man sich als Bewerber auf provokative Fragen vorbereiten und wie kann man darauf reagieren?
Am besten schreibt man sich alle Fragen auf, die einem schwierig erscheinen, durchforstet das Internet nach Bewerbungsfragen oder liest den ein oder anderen Bewerbungsgesprächsratgeber. Dann bereiten Sie sich systematisch auf mögliche Fragestellungen vor. Ist doch eine etwas unerwartetere Frage beim Gespräch mit dabei, dann nehmen Sie sich die Zeit um kurz nachzudenken und dann erst zu antworten.

Gibt es Standardfragen, auf die sich jeder Bewerber vorbereiten kann?
Ja, vor allem die Frage nach möglichen Stärken und Schwächen gehört in verschiedenen Varianten dazu. Auch die Darstellung der eigenen Person oder die Frage, warum man gerade Sie auswählen sollte, werden häufiger in Bewerbungsgesprächen gestellt.

Körpersprache verrät sehr viel über einen Menschen. Was sollte man beim Vorstellungsgespräch beachten?
Einfach authentisch zu bleiben und dabei aktiv Blickkontakt mit den Beteiligten zu halten. Auch die Haltung sollte nicht allzu locker, sondern aufrecht und interessiert sein.

Gibt es eine goldene Regel für die Gehaltsverhandlung?
Bereiten Sie sich auch auf diesen Part vor. Recherchieren Sie übliche Gehälter verschiedener Positionen und dann überlegen Sie sich, wie viel Sie gerne verdienen würden bei der entsprechenden Stelle. Wenn Sie gefragt werden nennen Sie Ihr Ziel und seien Sie sich bewusst, welche Kompromisse Sie bereit sind einzugehen.

Haben Sie abschließend noch einen Geheimtipp für uns?
Wenn Sie sich klar sind was Sie genau möchten und sich ein entsprechendes Ziel setzen, ist es nur noch eine Frage der Zeit dieses auch zu erreichen. Dann heißt es einfach angehen und dranbleiben! Ansonsten hilft es auch den persönlichen Kontakt mit möglichen Entscheidern zu suchen, z.B. durch ein Telefonat oder entsprechende Kontakte. Oft kennt man jemanden, der jemanden kennt, der dort arbeitet. Eine persönliche Empfehlung ist immer besser als eine kalte Bewerbung.

Vielen Dank für das spannende Interview und die tollen Ratschläge!

So ihr Lieben, ich hoffe, unser Bewerbungs-Special ist hiflreich für euch - und drücke euch die Daumen für die Jobsuche!

Bis bald, eure Anja vom Stadtmarketing